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Stablecoins: Die wahre Chance liegt in der Infrastruktur

  • 28. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Die weltweite Verbreitung von Stablecoins nimmt zu, angetrieben durch anhaltende Währungsinstabilität und den wachsenden Bedarf an leicht zugänglichen digitalen Dollar in Ländern, die mit hoher Inflation, Währungsabwertungen oder Kapitalkontrollen zu kämpfen haben. In Ländern wie der Türkei, Nigeria und dem Libanon haben sich an den Dollar gekoppelte Stablecoins weit verbreitet, da sie Privatpersonen und Unternehmen eine praktische Möglichkeit bieten, Werte zu sichern und Transaktionen außerhalb der instabilen lokalen Währungen durchzuführen.


Branchenprognosen deuten auf ein beträchtliches Wachstum hin. Citi geht davon aus, dass der Stablecoin-Markt bis 2030 1,9 Billionen US-Dollar erreichen könnte, mit einem optimistischen Szenario von 4 Billionen US-Dollar, während Standard Chartered erwartet, dass er sich bis 2028 2 Billionen US-Dollar nähern wird. Untersuchungen von Citi und Brookfield deuten zudem darauf hin, dass sich die im Umlauf befindlichen Stablecoins bis zum Ende des Jahrzehnts um das Fünfzehnfache erhöhen könnten.


Gleichzeitig wachsen tokenisierte reale Vermögenswerte (RWAs) weiterhin rasant und erreichten im zweiten Quartal einen Rekordwert von 33 Milliarden US-Dollar, angeführt von tokenisierten US-Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Aktien und Risikokapital.

Große Finanzinstitute und Technologieunternehmen investieren zunehmend in das Ökosystem. Visa, Mastercard und BlackRock unterstützen die neue „Open USD“-Stablecoin-Initiative, was die breiten Bemühungen der Branche widerspiegelt, Stablecoins in die etablierte Zahlungsinfrastruktur zu integrieren. Untersuchungen von Visa deuten darauf hin, dass Stablecoins besonders gut für Transaktionen mit geringem Wert im Machine-to-Machine-Bereich („Mikrohandel“) geeignet sind, während traditionelle Kartennetzwerke bei größeren Verbraucherausgaben voraussichtlich weiterhin dominieren werden.


Auch weltweit breitet sich die Akzeptanz aus. In Japan testet JCB gemeinsam mit Circle eine Stablecoin-Zahlungsinfrastruktur, während der Einzelhändler Lawson plant, Stablecoin-Zahlungen zu akzeptieren. Sony hat in den USA eine vorläufige Genehmigung für einen dollar-gedeckten Stablecoin-Trust erhalten, was auf ein wachsendes Interesse großer Verbraucherplattformen an der Entwicklung eigener Zahlungsökosysteme hindeutet. Unterdessen prüfen auch Regierungen deren Einsatz: Bolivien erwägt, USDT neben dem Boliviano und dem US-Dollar offiziell als Zahlungswährung anzuerkennen, um den anhaltenden Mangel an US-Dollar zu beheben.


Die umfassendere Investitionschance liegt möglicherweise nicht in erster Linie in den Stablecoins selbst, sondern in der Infrastruktur, die deren Nutzung ermöglicht. Die Geschichte zeigt, dass transformative Technologien oft den größten Wert durch die um sie herum aufgebauten Ökosysteme schaffen und nicht allein durch die Kerninnovation. Im Falle von Stablecoins umfasst dies Emissionsplattformen, Verwahrungslösungen, Zahlungswege, Compliance-Systeme und weitere Infrastruktur, die digitale Vermögenswerte mit dem traditionellen Finanzsystem verbindet.


Mit zunehmender Verbreitung konzentriert sich der Wettbewerb immer mehr auf den Aufbau der grundlegenden Infrastruktur statt auf die Schaffung neuer Coins. Diejenigen, die sichere, konforme und skalierbare Stablecoin-Ökosysteme ermöglichen, werden wahrscheinlich einen erheblichen Anteil des im kommenden Jahrzehnt geschaffenen Werts für sich verbuchen können.



 
 
 

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